„Schokolade und Zitrone – Fahr langsam oder es gibt Saures“


Eine Aktion des Polizeipräsidiums von Oberbayern stand in Inzell auf dem Programm. Dabei durften die beiden vierten Klassen der Grundschule Inzell mit ihren LehrernInnen Kathrin Lang und Hans Scheurl gemeinsam mit den Polizisten der Polizeiinspektion Ruhpolding Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Verschiedene Autofahrer wurden aus dem Verkehr gezogen, denen anschließend auch Fragen zur Fahrweise (ob schnell oder langsam) gestellt wurden. Eine ganz besondere Erfahrung und auch ein großer Spaß war es natürlich für die Schüler, die Autofahrer mit der Laserpistole zu blitzen. Die Vorfreude bei den Schülern war groß und weil die beiden vierten Klassen im Vorfeld mit Polizeioberkommissar Hans-Georg Hufnagel alles vorbesprochen und diverse Fragen an die Autofahrer ausgearbeitet hatten, wollten sie das in der Praxis auch umsetzen. Besprochen wurde auch der Unterschied beim Messen mit der Laserpistole und dem Radargerät. Die Kinder nahmen ihre Aufgabe ausgesprochen ernst. Sehr gewissenhaft wurden Automarke, Kennzeichen und die gemessene Geschwindigkeit auf dem Laserhandmessgerät notiert. Verschiedene Autos wurden auf den Parkplatz vor dem Festsaal heraus gewunken und diejenigen, deren Geschwindigkeit angemessen und wie vorgeschrieben mit 50 km/h oder weniger unterwegs waren, wurden mit einem Stück Schokolade belohnt. Auf die ‚Raser‘ wartete eine ganz unangenehme Strafe, denn sie mussten in ein Stück saure Zitrone beißen (oder essen) und das war sicher eine Bestrafung der besonderen Art. Allerdings gab es während der gesamten Messzeit nur zwei Autolenker, die einige km/h zu schnell fuhren (54 und 58 km/h).

Verschiedene Fragen an die Verkehrsteilnehmer
Die aus dem Verkehr gezogenen Fahrer wurden von der Schülern befragt und diese Fragen zielten darauf ab, wie sich die Autofahren speziell in der Nähe von Schulwegen verhalten sollen. Allein in Oberbayern wurden im Januar und Februar 2018 bei elf Unfällen 11 Kinder auf dem Schulweg verletzt und sogar 3 getötet. Das ist eine Zahl, die es zu minimieren gilt. Ein Knackpunkt ist sicher dabei, dass die Kinder oft die Geschwindigkeit der herannahenden Autos sehr schlecht einschätzen können und die Autofahrer nicht unbedingt mit einem Fehlverhalten der Kinder rechnen. „Warum sind sie eigentlich zu schnell gefahren?“, so ein Schüler aus der 4b zu einem Autofahrer, der mit 58 km/h geblitzt wurde. „Ich habe gerade telefoniert mit der Freisprechanlage und war in Gedanken woanders, deshalb hab ich nicht aufgepasst und bin zu schnell gefahren“, so dessen doch ganz plausible Erklärung. Als „Belohnung“ bekam er eine Scheibe Zitrone, in die er aber zum Unwillen der Kinder nicht hineinbeißen wollte, sondern sie auf den Beifahrersitz legte. Im Allgemeinen sollten sich die Autofahrer schon an die vorgegebene Geschwindigkeit halten, denn der Anhalteweg verlängert sich bei höherer Geschwindigkeit deutlich. Bei z. B. 50 km/h beträgt dieser 40 Meter (zwei Lastwagen) und bei 60 km/h erhöht sich dieser Wert schon auf 54 Meter (drei Lastwagen). Solche Grundregeln gilt es einfach zu bedenken.

Jeder Schüler durfte ein Auto „blitzen“
Derr Einsatz der Polizei mit den Schülern dauerte ca. 80 Minuten, wobei doch sehr viele Fahrzeuge kontrolliert werden konnten. Jeder Schüler durfte einmal mit der Laserpistole hantieren und die Geschwindigkeit eines Autos messen. Erfreulich dabei, dass sehr wenig Verkehrsteilnehmer die vorgegebene Geschwindigkeit überschritten haben. Rektorin Elke Thurmayr bedankte sich bei den Polizisten für den etwas ‚außergewöhnlichen Unterricht‘ und war der Meinung, dass Autofahrer und Schüler durch solche Aktionen besser für die Gefahren im Bereich der Schulwege sensibilisiert werden.


Der Jugendbeamte Polizeioberkommissar Hans-Georg Hufnagel von der Dienststelle in Ruhpolding machte bei den Schülern der 4.Klassen eine Einweisung zum Bedienen der Laserpistole. Lehrerin Kathrin Lang (re. hinten) passt auf, dass auch alles richtig gemacht wird.


Allen Autofahrern, die von der Polizei heraus gewunken wurden, durften die Schüler Fragen stellen. Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit (so wie hier mit 47 km/h) gab es eine kleine Tafel Schokolade. Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Thomas Huber überwacht die Situation.


Jedes Kind durfte selbst an die Laserpistole, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu ermitteln. Polizeioberkommissar Hans-Georg Hufnagel überwachte genau die Ausführung und gab wertvolle Tipps. Letztlich waren nur zwei Autolenker minimal zu schnell unterwegs (54 und 58 km/h).


Nach dem Ende der Verkehrskontrolle gab es noch eine Abschlussbesprechung mit Hans Georg Hufnagel (POK). Mit dabei waren auch v.li. der Dienststellenleiter von Ruhpolding Polizeihauptkommissar (PHK) Thomas Huber, Alfons Beilhack (PHK) und Lehrer Hans Scheurl.

Helmuth Wegscheider

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