Gymnasiallehrer a.D. Werner Wennesz erzählt aus seinem ereignisreichen und interessanten Lehrerleben
Viele Jahre lang unterrichtete Werner Wennesz die Fächer Physik und Geographie mit Leidenschaft und Hingabe am Chiemgau Gymnasium (ChG) in Traunstein. Auch in der Schulleitung des ChG arbeitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2017 engagiert mit. Im Rahmen einer Lehrerfortbildung an der Grundschule Inzell erzählte der pensionierte Pädagoge aus Chieming nun aus seinem Lehrerleben und gab dem Kollegium Tipps für einen gelungenen Schulalltag, bei dem es Schülern, Eltern und Lehrern gleichermaßen gut geht.
Bei seinen Schülern galt er stets als äußerst korrekter und sehr gerechter Lehrer. Am Ende seiner Dienstzeit hatte er noch immer so viel Energie, dass er auch gerne weiter unterrichtet hätte. Was ist das Geheimnis, das hinter Werner Wennesz' schulischer Laufbahn steckt?
Tipps für einen gelungenen Schulalltag
"Miteinander reden ist das Wichtigste!", so startete Wennesz seine Ausführungen an der Inzeller Grundschule. "Jeder muss genau wissen, was ihn erwartet und was von ihm verlangt wird." Selbstverständlich kann keiner verhindern, dass es mal Probleme und Schwierigkeiten im Schulalltag gibt. Entscheidend ist nur der Umgang damit. Stets versuchte der pensionierte Gymnasiallehrer immer wieder auf seine Schüler zuzugehen und ihnen zu erklären, warum einzelne Dinge unbedingt beachtet werden müssen. Das stieß sicherlich nicht bei allen gleichermaßen auf Zustimmung. Den Großteil seiner Schülerschaft konnte die erfahrene Lehrkraft mit seiner Vorgehensweise allerdings so überzeugen, dass viele als mittlerweile Erwachsene immer noch sehr gerne an seinen Unterricht und seine Art mit ihnen umzugehen zurückdenken. "Wann und wo immer es möglich war habe ich alles mitgemacht. Die Schüler respektieren ihre Lehrkräfte nach solchen Aktionen ganz von alleine. Da muss man gar nicht mehr viel machen und es läuft." Mit dieser Aussage spielte Wennesz auf seine aktive Teilnahme an vielen schulischen Sportveranstaltungen an. Es war ihm immer sehr wichtig, ein aktiver Teil der Schulfamilie zu sein.
Klare Regeln sind wichtig - Jeder ist gleich
Als entscheidenden Punkt für ein reibungslos funktionierendes Schulleben gab er an, dass aufgestellte schulische Regeln in der Praxis fast bedingungslos einzufordern sind. "Nur im äußersten Ausnahmefall darf man davon abweichen", so der Vollblutlehrer. Wichtig ist auch, dass für jeden die gleichen Regeln gelten. Diese müssen gleich zu Beginn des Schuljahres transparent an alle Beteiligten kommuniziert werden.
“Die Kinder und Jugendlichen müssen wissen, wofür sie dies alles tun", so Wennesz. "Man muss ihnen immer wieder klar machen, dass Kinder, die nichts lernen zu Erwachsenen werden, die unweigerlich nichts können.”
Stolz auf ehemalige Schüler
"Zu sehen, was aus meinen ehemaligen Schülern geworden ist, macht mich sehr stolz." Immer wieder trifft Werner Wennesz auf Erwachsene, die er seinerzeit im Gymnasium unterrichtete. Es erfüllt ihn mit Freude und Interesse, ihren Weg zu beobachten. Auch wenn im schulischen Bereich vielleicht nicht immer alles glatt lief, so schätzen ihn die Menschen sehr für seine Art. Es waren tatsächlich auch zwei seiner ehemaligen Schüler, die mittlerweile an der Grundschule in Inzell arbeiten und ihn als Referenten für ihre Lehrerfortbildung vorschlugen. Das ehrte den Chieminger selbstverständlich sehr.
Gesund und frisch in die Rentenzeit
"Sie müssen so arbeiten, dass Sie auch im Alter noch Reserven haben", warnte der pensionierte Gymnasiallehrer das Inzeller Kollegium. "Ich habe immer wieder Entspannungsphasen eingebaut, um meine Kräfte zu regenerieren." Auf diese Weise schaffte er es bis zum Ende seiner Dienstzeit aktiv und motiviert zu bleiben. "Am Schluss mussten sie mich regelrecht rausschmeißen. Ich wollte ja gar noch nicht aufhören." Dies ist sicherlich der Idealfall. Gerade im Lehrerberuf gibt es durch die hohe psychische Belastung viele krankheitsbedingte Ausfälle oder gar Frühpensionierungen. "Soweit dürfen Sie es nicht kommen lassen. Passen Sie gut auf sich auf!", mit diesen Worten entließ er die Inzeller Lehrkräfte in ihren wohlverdienten und hoffentlich entspannten Feierabend.