Diebe treiben sich im Bergwald Erlebnispfad umher!

First der neuen Hütte wurde gestohlen; Bürgermeister muss ‚Lösegeld‘ zahlen

In jedem Jahr zum Ende des Schuljahres dürfen die beiden vierten Klassen der Grundschule Inzell mit den Verantwortlichen vom Bergwalderlebniszentrum in Ruhpolding unter Leitung von Reini Koch den Bergwalderlebnispfad von Adlgaß zum Frillensee wieder ‚aufmöbeln‘ und auf Vordermann bringen durften. Doch diesmal geschah etwas ganz Unvorhersehbares.

Hergerichtet werden mussten neue Geländer, das Baumtelefon und auch eine neue Hütte wurde aufgestellt. Doch während der Fertigstellung des neuen Unterstandes stellte sich heraus, dass der First abhanden gekommen war. Nun galt es höhere Stellen einzuschalten und der Bürgermeister musste her. Schließlich galt es das gute Stück erst mal zu finden und danach auch auszulösen. Michael Lorenz ließ sich nicht lumpen und führte als Gemeindeoberhaupt zähe Verhandlungen mit Lehrerin Antonia Gemsjäger, die als Haupträdelsführerin bei diesem Diebstahl fungierte. Er redete natürlich auch den Schülern ins Gewissen, denn mal sollte sich so einen notwendigen First nicht einfach stehlen lassen. „Auf so wichtige Dinge müsst ihr besser aufpassen“, mahnte er die Kinder an.

Man wurde sich einig – First montiert

Nach einigem Hin und Her konnte eine Übereinstimmung gefunden werden, wie viel das gute Stück wert ist. Lorenz bezahlte mit Brotzeit und Getränken für die Schüler, Lehrer und Waldfacharbeiter, die mit den Kindern die ganze Woche über tatkräftig gearbeitet haben. Doch bevor es an die verdiente Brotzeit ging, legten Michael Lorenz und Reini Koch, der die Vorarbeiten zum Teil in seiner Freizeit überwiegen geleistet hat, selbst Hand an und montierten den First mit einem angemessenen ‚Firstboschen‘. Nach kurzer Zeit und ein paar Hammerschlägen war der First dort, wo er hingehört.

Viele Arbeiten waren notwendig

Doch nicht nur der Bau der neuen kleinen Hütte und das Montieren des Firstbaumes oben drauf war eine Aufgabe für die Schüler. Viele weitere Arbeiten waren notwendig, um den Bergwalderlebnispfad wieder auf Vordermann zu bringen. Das Motto für diese Arbeiten auf dem Weg zum Frillensee war von Haus aus klar festgelegt: „Alle dürfen alles machen“. Interessant war für einige Kinder natürlich der erstmalige Umgang mit dem Akkuschrauber, Hammer, Beißzange ,  Roafmesser oder anderen Werkzeugen. „Die Kinder können das, man muss sie nur machen lassen. Dann ist die Freude umso größer, wenn sie selbst etwas entwickeln und bauen können“, so Reini Koch vom Bergwalderlebniszentrum.

Nun ist einiges Neues zu sehen

So einige Stationen sind nun am Bergwalderlebnispfad wieder ganz oder fast neu. Die Schüler wurden in Gruppen eingeteilt und durften abwechselnd bei den Waldfacharbeitern Sepp Weiß, Lukas Albrecht, Lorenz Gschwendtner und Sepp Mörtl Hand anlegen. Infotafeln wurden mit neuen Holzschindeln belegt. Dazu mussten Holzlatten auf dem Dach festgenagelt werden und dort drauf dann die Schindeln. Da hörte man um den sonst so ruhigen Frillensee ein mehrstimmiges Hammerkonzert. Das Baumtelefon, das nach vielen Jahren kaum noch hörbar war, musste ebenfalls erneuert werden und Stangen für das Geländer an der Schutzhütte durften die Kinder herrichten. Dabei stellten sich wahrliche Talente heraus bei den Arbeiten mit dem Roafmesser, wobei sich auch die Dirndl stark in den Vordergrund rückten. Besonders Spaß machte den Schülern auch der Bau eines neuen Hochstandes mit Schutzhäuschen für den Jagdhund. Voller Tatendrang machten sie sich an die Aufgabe, um alles nach Anweisung der Waldfacharbeiter zu bearbeiten.

Labyrinth wieder sauber

Abschließend waren noch notwendige kleinere Arbeiten zu erledigen. Zum Beispiel wurden die Sträucher im Labyrinth geschnitten und das abgeschnittene Laub von den Schülern sachgemäß entsorgt.

Für die Kinder war es wieder eine tolle Zeit draußen in der Natur bei relativ trockenen Wetter. Dabei lernten sie mit anzupacken und konnten viele neue Erfahrungen sammeln speziell im Umgang mit Werkzeug. Insgesamt waren es wieder vier sehr interessante Tage mit einer wichtigen Aufwertung für den Walderlebnispfad, der allseits bei Einheimischen und Gästen sehr beliebt ist. Ein großer Dank dafür geht an Reini Koch vom Bergwalderlebniszentrums Ruhpolding mit seinen Team.